Die Nachfrage nach kompostierbaren Versandbeuteln ist im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Wir führen sie nicht — und halten das für die ehrlichere Antwort. Warum, steht hier.
Was „kompostierbar“ nach der Norm bedeutet
Der Maßstab ist DIN EN 13432. Ein Material gilt danach als kompostierbar, wenn es unter industriellen Bedingungen zerfällt: bei rund 58 °C, kontrollierter Feuchte und über etwa zwölf Wochen. Auf dem heimischen Komposthaufen passiert das nicht — dafür gäbe es die separate Kennzeichnung „heimkompostierbar“, die deutlich seltener ist.
Wer also einen „kompostierbaren“ Beutel in den Gartenkompost wirft, findet ihn im nächsten Frühjahr meist noch dort.
Das eigentliche Problem: die Bioabfallanlagen
Selbst der industrielle Weg funktioniert in Deutschland kaum. Kompostierwerke arbeiten mit Rottezeiten von drei bis sechs Wochen — deutlich kürzer als die zwölf Wochen der Norm. Was nicht zerfallen ist, gilt als Störstoff. Die Anlagen sortieren Kunststofffolien deshalb maschinell aus, bevor der Prozess beginnt, und können dabei nicht zwischen kompostierbar und konventionell unterscheiden.
Das Ergebnis: Der kompostierbare Beutel landet in der Verbrennung — genau dort, wo auch der normale gelandet wäre, nur nach einem teureren Umweg. Die Bioabfallverordnung untersagt Kunststoffe im Bioabfall inzwischen ausdrücklich, auch die zertifizierten.
Was das für die Pflichten bedeutet
Kompostierbare Verpackung ist nicht von der Systembeteiligung befreit. Registrierung bei LUCID, Lizenzierung und Mengenmeldung gelten unverändert — Details auf der Seite Verpackungsgesetz. Wer mit „kompostierbar“ wirbt, muss die Zertifizierung außerdem belegen können; unbelegte Umweltaussagen werden zunehmend abgemahnt.
Was im Alltag wirklich trägt
Für plastikfreien Versand ist Kraftpapier der Weg, der am Ende tatsächlich im Kreislauf bleibt. Es geht in die Altpapiertonne, wird dort seit Jahrzehnten sortiert und verwertet, und der Empfänger muss nichts wissen oder entscheiden. Das ist der entscheidende Unterschied: Eine Verpackung ist nur so ökologisch wie der Weg, den sie im echten Entsorgungssystem nimmt.
Unsere Kraftpapiertaschen gibt es in 15 Größen, flach und mit Falte. Mehr dazu unter Papier-Versandtaschen und plastikfreier Versand.
Wann kompostierbare Beutel trotzdem sinnvoll sind
Es gibt sie: bei Lebensmitteln mit anhaftenden Resten, wo die Verpackung ohnehin im Bioabfall landet und der Betreiber diesen Weg ausdrücklich zulässt. Oder im Export in Länder mit anderer Entsorgungsinfrastruktur. Wenn Sie einen solchen Fall haben, sagen Sie uns Bescheid — wir beschaffen auf Anfrage und beraten ehrlich, auch wenn wir abraten.
- Netto-Preise für Gewerbe, Staffelpreise ab 5.000 Stück
- Versandkostenfrei ab 100 € netto, darunter 4,95 €
- Lieferung in 1–3 Werktagen ab eigenem Lager in Bochum
- Kauf auf Rechnung mit 30 Tagen Zahlungsziel
- Muster kostenlos — vor der ersten Bestellung selbst prüfen
Häufige Fragen
Führt Shipmentoo kompostierbare Versandbeutel?
Nicht ab Lager. Wir halten Kraftpapier für die im deutschen Entsorgungssystem sinnvollere Lösung. Für begründete Einzelfälle beschaffen wir auf Anfrage — sprechen Sie uns über das Kontaktformular an.
Darf ich kompostierbare Beutel in den Bioabfall werfen?
In aller Regel nein. Die Bioabfallverordnung untersagt Kunststoffe im Bioabfall, und die Anlagen sortieren sie ohnehin als Störstoff aus — auch die nach DIN EN 13432 zertifizierten.
Spare ich mit kompostierbarer Verpackung die Lizenzgebühr?
Nein. Die Systembeteiligungspflicht gilt unabhängig vom Material. Registrierung bei LUCID, Lizenzierung und Mengenmeldung bleiben.
Was ist mit Beuteln aus Maisstärke?
Das ist meist PLA — biobasiert, aber nicht automatisch heimkompostierbar und im deutschen System denselben Einschränkungen unterworfen. Biobasiert und kompostierbar sind zwei verschiedene Eigenschaften, die oft vermischt werden.
Welche Alternative empfehlen Sie?
Kraftpapier für alles, was keine Nässe fürchtet, und recycelbares LDPE dort, wo Feuchtigkeitsschutz nötig ist. Beides bleibt im etablierten Verwertungskreislauf.
Siehe auch: Papier-Versandtaschen · Plastikfreier Versand · Nachhaltige Verpackung



